Beschreibung

Klar - das iPhone ist schöner, besser und schneller. Aber manchmal muss es eben 'was anderes sein - und ein Android-Smartphone oder Tablet ist nicht nur deutlich billiger zu haben, sondern beruht obendrein noch auf quelloffener Software.

Der Artikel beschreibt die Synchronisierung von Adressen und Terminen auf einem Android-Smartphone mit dem Adressbuch und dem Kalender eines Macs.

1.  Einiges Grundsätzliches

1.1  Mit Android synchronisieren heisst mit Google Mail synchronisieren!

Bevor wir mit irgend etwas beginnen: Das Android-Handy kann mit Bordmitteln zwar prima mit einem Google Mail (Gmail) Account synchronisieren - sonst aber erst mal mit wenig bis nichts und mit ActiveSync, einem Protokoll des Microsoft-Exchange-Servers, synchronisieren. Letzteres wird auch von freier Software wie Tine2.0 angeboten. Als erstes brauchen wir also Einen Google-Account hat man meist ohnehin schon, das ist also die einfachste Variante. Im zweiten Schritt synchronisieren wir dann unsere Daten mit diesem Account; die Synchronisation mit dem Android-Gerät geschieht dann sozusagen automatisch. Der Vorteil dabei ist: Jeder Gmail-Account beinhaltet einen vollwertigen, kostenlosen ICal-Server bzw. CalDAV-Server.

Dem Autor ist für Termine und Adressen bislang keine andere Methode bekannt. Er lässt sich aber gerne eines Besseren belehren - private Termine und Adressen Google anzuvertrauen ist ja schliesslich nicht jedermanns Sache. Nachtrag: Es gibt inzwischen eine andere Methode: Man kann sich eine eigene OwnCloud-Instanz auf den webspace installieren. Funktioniert ähnlich einfach wie mit Google und man bekommt eine private DropBox gleich noch dazu geschenkt :-)

Andere Sync-Möglichkeit: siehe z.B. tine20

1.2  Synchronisation oder Import/Export?

Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen Synchronisation und dem Import von Daten: Der Import/Export dupliziert einen "Schnappschuss" der Daten auf ein anderes Gerät. Ändern sich danach die Daten, muss er wiederholt werden. Ändern sich zwischen zwei Wiederholungen die Daten an beiden Enden (z.B. eine Telefonnummer einer Person im Handy und ihre Adresse im Adressbuch), dann gehen die Änderungen des importierenden Geräts verloren oder es entstehen doppelte Einträge oder noch grösseres Durcheinander. Ausserdem muss der Prozess ja jedes Mal manuell angestoßen werden.

Die Synchronisation hingegen übermittelt, nachdem sie einmal eingerichtet wurde, jede Änderung sofort ans "andere Ende". Das schliesst zwar Konflikte nicht aus (z.B. wenn das Smartphone gerade kein Netz hat), reduziert aber die Wahrscheinlichkeit dafür ganz erheblich. Und: Sie passiert automatisch, man muss nichts mehr dazu tun.

2.  Adressen synchronisieren

Das ist - zumindest ab OS X 10.6 - sicher der einfachere Teil: In den Einstellungen des Adressbuchs im Bereich "Accounts" einen Haken bei "Mit Google synchronisieren" setzen und die Kontoinformation des Gmail-Accounts eintragen - fertig.

Die Funktion ist ab 10.5.3 verfügbar, es fällt aber schwer, den entsprechenden Eintrag zu finden, wenn noch nie ein iPod oder iPhone an das Gerät angeschlossen war. Hierzu gibt es im Google Support-Forum einen thread - man muss die passende plist-Datei erzeugen (das englische Originalposting dazu vom Mai 2008 ist in den Verweisen).

Ein Tipp: Ein vorheriger Im-/Export der Adressdaten ist eher schädlich. Ausserdem werden die Notizen beim Ex-/Import nicht transportiert - beim Synchronisieren jedoch schon.
Noch ein Tipp: Da auf der Handy-SIM-Karte einige mehr oder wenige nützliche Telefonnummern gespeichert sind, die das Telefon sofort übernimmt, stehen diese hinterher auch im Adressbuch auf dem Mac. Sie sollten sich überlegen, welche davon vielleicht auf dem Smartphone noch benötigt werden könnten, bevor Sie sie löschen - denn das Synchronisieren funktioniert natürlich auch für die Löschung von Adressdaten.

3.  Termine synchronisieren

Um Termine zu synchronisieren muss man leider etwas mehr tun. Vor allem wichtig: Es können keine bestehenden Kalender synchronisiert werden, es wird in jedem Fall eine neuer Kalender in iCal angelegt, der erst einmal eine Kopie des entsprechenden GMail-Kalenders ist. Als erstes also im GMail-Account einen Kalender erzeugen - bei Bedarf auch mehrere. Da diese ja neu und erst einmal leer sind, empfiehlt sich beim Einrichten des Kalendersynchronisation im Gegensatz zur Adressynchronisation an dieser Stelle durchaus der Export des alten (lokalen) iCal-Kalenders in den neu angelegten, zu synchronisierenden Google-Kalender.

Am Mac (OS 10.6) beginnt wieder alles in den Einstellungen - Accounts (des Terminkalenders natürlich), diesmal mit dem Anlegen eines neuen Accounts. Auch hier wieder E-Mail-Adresse (vollständige Gmail-Adresse) und Passwort eintragen. Jetzt muss noch der Kalender selbst her, zuerst als Kalenderserver. Das geschieht auf dem Reiter "Servereinstellungen": Serveradresse ist www.google.com, der Serverpfad ist /calendar/dav/<vollständige Gmail-Adresse>/user/.

Die von Google in den Einstellungen des Kalenders angebotene "Privatadresse" (mit "ical" statt "dav" im Pfad), die eigentlich diesen Zweck erfüllen sollte, hat's bei mir nicht getan.

Jetzt müssen noch die einzelnen Kalender, die synchronisiert werden sollen, eingetragen werden. Das geschieht im Reiter "Stellvertretung" - dort werden alle Kalender angezeigt, die der Server zur Verfügung stellt. Anhaken, welche davon man sehen/synchronisieren will - diese werden dann im iCal angezeigt.

Ein Tipp: Die Farbe der Kalendereinträge kann man nur bei Kalendern ändern, für die man (wenn auch nur kurzzeitig!) Schreibrechte hat. Da das gesamte System versucht, diese Farbe durchgehend zu verwenden, ist das ein durchaus sehenswertes Beispiel für Farb(un)treue im Internet.
Noch ein Tipp: Um die Zuordnung eines Kalendereintrages zu einem bestimmten Kalender zu ändern, kann man einfach den Eintrag auf den Kalendernamen in der Seitenleiste ziehen.

3.1  Was ist mit meinen Aufgaben?

Das ist ein vielgehegter Wunsch an die Google-Entwickler, aber derzeit nicht implementiert. Aufgaben werden weder importiert noch synchronisiert, man müsste sie in Termine umwandeln.

3.2  Kalender-Synchronisation zwischen mehreren Benutzern

Durch den CalDAV-Server im Gmail-Account kann man einen (oder mehre) Kalender auch mit anderen Benutzer teilen und sogar gemeinsam nutzen.

Die quick-and-dirty-Methode…

Am einfachsten tragen alle anderen Benutzer auch den GMail-Kalender wie oben beschrieben bei sich ein. Dann können Sie allerdings alle Kalender bearbeiten, veröffentlichen oder weitere Benutzer eintragen - genau wie der "eigentliche" Besitzer. .

…und ordentlich

Differenzierter geht es, wenn sich jeder andere Benutzer ebenfalls einen Gmail-Account zulegt - dann kann man Kalender auch mit eingeschränkten Nutzerrechten für andere veröffentlichen und jeder behält die Kontrolle über seine Kalender. Der Austausch zwischen den Kalendern passiert jetzt auf dem Google-Server. Die jeweils für die Benutzer neu hinzugekommenen fremden Kalender müssen dann nur noch unter "Stellvertretung" wie oben beschrieben angehakt werden, um unter iCal zugänglich zu sein - je nach Einstellung beim Veröffentlichen durchaus auch gegenseitig beschreibbar - ganz so, wie wir uns das immer schon gewünscht haben..

4.  Verweise

Kategorie
Smartphone, iCal, Adressbuch

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Zuletzt geändert am 14.06.2015 07:58 Uhr (1 Besuche)

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