Beschreibung

Betriebssystem von IBM und Microsoft, welches als DOS-Nachfolger geplant war. In seiner ersten Version verfügte es über preemptives Multitasking, aber noch keine grafische Oberfläche. Ab Version 1.3 kam der Presentation Manager zur Darstellung von grafischen Programmen hinzu. Die Optik erinnerte stark an Windows 2.0. Kurz darauf verkrachten sich IBM und Microsoft. Microsoft brachte daraufhin das als OS/2 2.0 geplante Betriebssystem als Windows NT auf den Markt. IBM entwickelte OS/2 alleine weiter und brachte mit OS/2 2.0 ein 32bit Betriebssystem mit revolutionärer objektorientierter Oberfläche auf den Markt, was neben OS/2-Applikationen auch Windows- und DOS-Applikationen laufen lassen konnte. Dabei wurde für jede Windows-Applikation und DOS-Applikation eine Virtual Machine gestartet, die jeweils auch eigene Einstellungen z.B. für Arbeitsspeicher und Treiber kriegen konnte (ähnlich dem Virtual PC). OS/2 war deshalb und wegen seines gutem Multitaskings bei Spielern und Mailboxbetreibern sehr beliebt. Leider war IBM nicht in der Lage auch außerhalb von Deutschland, wo OS/2 z.B. bei Vobis vorinstalliert wurde, zu vermarkten, weshalb es nur noch ein Nischendasein einnimmt.

Besondere Merkmale

  • Sehr effizientes preemptives Multitasking
  • Objektorientierte grafische Benutzeroberfläche. Diese ermöglichte Entwicklern z.B. die Erweiterung der Klasse, die die grafischen Ordner darstellt, um weitere Methoden zur Darstellung von Statusleisten oder komplett neuen Ansichten, ohne dass man einen eigenen Dateibrowser entwickeln musste. Das Terminalprogramm RhinoCom implementierte ein Adressbuch auf dieses Basis: Es wurde eine neue Klasse für eine Adresse eingerichtet mit Attributen für Name, Telefonummer usw. Dann wurde die reguläre Ordner-Klasse vom Betriebssystem um eine Ansicht mit Registerlaschen erweitert. Fortan konnte jeder Ordner auch in der Registerdarstellung angezeigt werden und das Telefonbuch des Terminalprogramms konnte im Dateisystem aufgebaut werden, oder als einzelne kleine Objekte (Adressen) direkt auf dem Desktop. Dieses sehr elegante und effiziente System hat seit OS/2 leider kein anderes System implementiert. Ansätze dieser Struktur waren aber immerhin im Dateisystem vom BeOS zu erkennen.
  • Schablonen: Jede Datei (also jedes Objekt) konnte als "Schablone" markiert werden. Man konnte dann per Drag and Drop von der Schablone in irgendeinen Ordner oder auf den Desktop einfach ein neues Objekt (ein neues Dokument) erzeugen.
  • Konsequentes Drag and Drop auch für Dinge wie Farben zuweisen (selbst Farben von Fenstern) oder Schriftarten. Dafür hat das System Paletten angeboten, von denen die Farben oder Schriften z.B. in eine Textverarbeitung gezogen werden konnten.
  • OpenDoc: Eigentlich eine Entwicklung mit Apple und anderen Firmen. Die Idee war, die großen Applikationen abzuschaffen. So sollte ein Dokument aus einer leeren Fläche bestehen. Diese Fläche konnte dann beliebig ergänzt werden mit Parts. So gab es einen Textpart, einen Grafikpart usw. Diese konnten frei im Dokument platziert werden und auch ineinander verschachtelt werden. Hersteller sollten weitere Parts für spezielle Anforderungen entwickeln, anstelle großer komplexer Applikationen, z.B. ein Photoshop-Part. Jede OpenDoc-Installation kam mit Basisparts. Gewährleistet werden sollte, dass jedes OpenDoc-Dokument überall geöffnet und zumindest dargestellt werden konnte, auch wenn man das Originalpart nicht hatte. Hatte man also eine Dokument mit einem Textpart von Word, so sollte man den Text auf jeden Fall anhand des Standardparts lesen können. Zum Bearbeiten hätte man wieder das Word-Part benötigt. Hätte sich OpenDoc durchgesetzt, so hätte dies das Ende von Programmmonstern wie Microsoft Office bedeutet und ebensowenig bräuchte man noch Viewer für die tausend unterschiedlichen Formate, die es so gibt. Leider wurde OpenDoc von IBM fallen gelassen und von Apple "gestevet". Angelehnt an die Part-Struktur gibt es AppleWorks, GobeProductive und RagTime, die aber diese Gedanken natürlich nur innerhalb ihres jeweiliges Programmes umsetzen.
  • Lauffähigkeit von DOS, Windows und OS/2 Applikationen gleichzeitig durch preemptives Multitasking
  • Eingebaute Sprachsteuerung und Spracheingabe
  • WarpGuide: Interaktives Hilfesystem
  • Internet-Integration in den Desktop, z.B. Darstellung von FTP-Servern (les- UND schreibbar, was Panther 10 Jahre später immer noch nicht kann) direkt auf dem Desktop.

Verweise

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Zuletzt geändert am 15.11.2005 10:09 Uhr von Schlaefer (1 Besuche)

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