Apple TV
Hersteller: Apple

Aktuelle Version: 4.1
Preis: 119 EUR
Webseite: http://www.apple.de/appletv

Beschreibung

Das Apple TV (Kurzform  tv und vormals iTV genannt) ist eine Apple Set-Top-Box (Draufstellgerät). Eine Set-Top-Box erweitert die normalen Fähigkeiten eines Gerätes, in diesem Falle des Fernsehers. Das Apple TV kommt ohne Fernsehempfangsteil und Aufzeichnungsmöglichkeit und sollte im Februar 2007 erscheinen. Ende März 2007 kam diese bei den ersten Bestellern zum Einführungspreis von 299 EUR an.

"Apple TV ist wie ein DVD-Player für das 21. Jahrhundert. Du schließt es an Dein Entertainmentsystem wie einen DVD Player an, aber es spielt anstelle von DVDs, die man in einem Laden kauft, digitale Inhalte aus dem Internet ab", sagte Steve Jobs als er das neue Gerät am 9. Januar 2007 zum zweiten Mal vorstellte.

1.  Erste Generation Version aus dem Jahr 2007

Als Betriebssystem arbeitet unter der Haube eine modifizierte Version von Mac OS X 10.4.7 mit einem User-Interface, das auf FrontRow 2.0 basiert und BackRow genannt wird. Der übliche Finder Desktop ist nicht verfügbar und serienmäßig werden vorerst keine USB Maus oder Tastatur unterstützt, obwohl ein entsprechender Port vorhanden ist. Die Bedienung erfolgt ausschliesslich über die mitgelieferte Fernbedienung. Nach dem Trennen der Stromzufuhr bootet das Apple TV ungefähr eine halbe Minute und startet mit einer beeindruckenden Animation.

Für den Betrieb ist offiziell ein ED- (Enhanced Definition) oder HD-Breitbildfernsehgerät (High Definiton), mit einem HDMI-, DVI- oder Component-Videoanschluss Vorraussetzung. Entsprechende Kabel oder Adapter sind separat zu erwerben.

Eine Unterstützung für YouTube im Juni 2007 wurde bekannt gegeben und startete am 20. Juni 2007. Dazu musste das Gerät aktualisiert werden. Am 15. Januar 2008 wurde das Apple TV Take 2 vorgestellt, eine Software-Erweiterung des Apple TVs um neue Funktionen, die losgelöst von einem Computer funktionieren. So können beispielsweise Filme direkt auf dem Apple TV in DVD- oder HD-Qualität gemietet werden. Die am 15. April 2009 eingeführten Miet- und Kauffilme können nur mit aktueller Apple TV-Firmware angesehen werden, sonst sind diese ohne Ton. Weiterhin wird flickr und die Fotofunktionalität von .Mac unterstützt. Außerdem fungiert die Box nun als AirTunes-Client, den man von iTunes aus ansprechen kann.

2.  Synchronisation

Das Gerät wird ausschliesslich via iTunes synchronisiert.

Das Gerät synchronisiert über den iTS und sonstige in der iTunes bzw. iPhoto Medienbibliothek erfasste Inhalte automatisch auf die eingebaute Festplatte, wo sie dann (auch ohne laufenden Rechner) direkt vom Apple TV auf dem Fernseher bzw. über die Heimkinoton oder Stereoanlage ausgegeben werden können. Dies geht mit einem im Netzwerk verfügbaren Rechner per WLAN ( max. 802.11n) oder Ethernet. Bis zu weitere fünf Rechner dürfen dann per Streaming Daten über das Apple TV abspielen, jedoch nicht darauf speichern. Seit iTunes 7.3 geht das auch mit Fotos.

Das Apple TV ist quasi das stationäre Pendant zum iPod und ermöglicht Apple den Verkauf von HDTV Videomaterial und Fernsehangeboten als on-Demand Lösung. Die neue mit 802.11n ausgerüstete AirPortExtreme Basisstation wurde zeitgleich mit dem Apple TV vorgestellt und sorgt für die schnellen drahtlosen Übertragungswege.

In den einzelnen Kategorien Musik, Musik-Videos, Fernsehsendungen usw. liegen die aktuellsten oder beliebtesten Sendungen aus dem iTS vor und können umgehend in teils sehr guter Qualität angeschaut werden. Allerdings ist das deutsche Angebot immer noch als sehr spärlich zu bezeichnen.

3.  Fernbedienung

Das Gerät wird mit den üblichen Apple Remote Fernbedienungen bedient oder per iPhone oder iPod touch mit der entsprechenden Remote-App.

4.  Fernsehprogramme übertragen

Wer eyeTV einsetzt, hat ab Version 2.4 die Möglichkeit die aufgenommenen Sendungen vollautomatisch an Apple TV übertragen zu lassen.

5.  Hardware

Als Hardware verbaut Apple schon etwas ältere und daher preisgünstige PC-Komponenten, wie beispielsweise

  • Einen Ultra Low Voltage Pentium M mit 1GHz Taktung, 400 MHz FSB und 2MB Level2 Cache
  • Eine 2.5 Zoll 40 GB, optional auch 160 GB, Festplatte
  • Eine Nvidia GeForce Go 7300 Grafikkarte mit 64 MB Video RAM
  • 256 MB DRAM als Hauptspeicher

Ein weiterer Grund für die niedrigen System-Spezifikationen dürfte der Stromverbrauch und die Kühlung sein. Das Gerät erzeugt im Betrieb nur etwa 7-10 dB Schalldruck und ist damit praktisch unhörbar leise, wird aber merklich warm an der Oberseite.

Erste Hacks, um die Festplatte auszutauschen und den eingebauten, aber nur zu Diagnosezwecken vorhandenen USB 2.0 Port zu aktivieren, sind bereits aufgetaucht. Es wurde bereits demonstriert, wie sich das Gerät von einem USB Stick booten läßt.

Somit dürfte sich das Gerät prinzipiell auch eignen, um Linux zu booten und alternative Mediacenter-Software zu betreiben. Es ist ebenfalls bereits gelungen, eine Vollversion von Mac OS X Tiger auf dem Gerät laufen zulasen, obgleich dies wegen des knappen Hauptspeichers als wenig sinnvoll erscheint - der Spitzname "Mac Nano" für das Gerät erscheint nun jedoch angemessen.

6.  Historie

  • Auslieferung der ersten Geräte Ende März 2007
  • Software-Aktualisierung am 20. Juni 2007 auf Version 1.1
  • Software-Aktualisierung am 12. Februar 2008 auf Version 2.0 (angekündigt am 15. Januar 2008 für Anfang Februar)
  • Software-Aktualisierung am 15. April 2008 auf Version 2.0.2
  • Software-Aktualisierung am 10. Juli 2008 auf Version 2.1 (Sicherheitsupdate und Unterstützung von Remote und MobileMe)
  • Software-Aktualisierung am 3. Oktober 2008 auf Version 2.2 (Genius-Playlisten, Sicherheitsupdate, Sichtbarer Standby-Modus)
  • Software-Aktualisierung am 16. November 2008 auf Version 2.3 (AirTunes Fähigkeit, Alternative Fernbedienungen, Lautstärkeregelung)
  • Software-Aktualisierung am 25. Februar 2009 auf Version 2.3.1 (Netzwerk-Test, der Internet-Performance zwecks Ladezeiten-Optimierung an Apple übermittelt)
  • Software-Aktualisierung am 24. Juni 2009 auf Version 2.4 (Einführung von Gesten für die Steuerung per iPhone)

7.  Anschlüsse

Das Gerät verfügt über folgende Schnittstellen zur Außenwelt:

  • Ein HDMI Port, der Video und Audio überträgt (Version 1.2 oder 1.3?)
  • Eine analoge Component Video Schnittstelle
  • Ein optischer Digitalaudioausgang
  • Einen Gigabit Ethernet Port (Kupferkabel)
  • Einen standardmäßig deaktivierten USB 2.0 Port
  • Einen Stromanschluss
  • Einen Infrarotport für die Fernbedienung
  • Ein eingebautes 802.11n (kompatibel zu b,g) Wireless LAN Interface
  • Ein Stereo Chinch Stecker für Audio

8.  Kritikpunkte bzw. Kinderkrankheiten

  • Es wurde ein recht unzeitgemäßer Stromverbrauch von 20 Watt im Standby Modus festgestellt, da offenbar das Mainboard nicht in einen echten Tiefschlaf-Modus fällt.
  • Die fehlende Synchronisations- und Abspielmöglichkeit von Medienformaten, die nicht aus iTunes Store stammen (beispielsweise AVI Container, DivX etc.) wurde in einigen Blogs und Reviews kritisiert. Es kursieren aber bereits Hacks und Fremdprogramme im Netz, um dennoch Fremdformate abzuspielen und sogar über iTunes zu synchronisieren (z.B. über QuickTime Plugins von Drittherstellern, die manuell nachinstalliert wurden).
  • Beim gleichzeitigem Anschluss mit Komponentenkabel und HDMI wird immer automatisch HDMI angesteuert. Eine Umschaltmöglichkeit des Videoausgangs über Konfigurationseinstellungen bzw. per Fernbedienung scheint bisher noch zu fehlen.
  • Es gibt bisher noch keine UPnP Unterstützung im Apple TV - und es ist auch fraglich, ob dies jemals der Fall sein wird zumal UPnP ursprünglich von Microsoft entwickelt wurde. Externe Medienlaufwerke im lokalen LAN, die über UPnP Inhalte bereitstellen, werden daher nicht unterstützt.
  • Jede Apple Remote Fernbedienung kann das Apple TV aus dem Standbymodus reissen, auch wenn diese nicht auf das Apple TV festgelegt (fixiert) wurde.
  • Das Gerät bzw. das modifizierte Mac OS X Betriebssystem verfügt über eine Software-Tastatur, die man z.B. sieht, wenn man sich an einer AirPort Extreme Basisstation anmeldet. Leider wird die Passwortabfrage nicht durch Sterne gesichert und somit ist das eingegebene Passwort offen auf dem Bildschirm sichtbar. Mit Version 1.1 wurde diese Sicherheitslücke geschlossen.

Vielleicht werden zukünftige Software-Updates oder spätere Hardwarerevisionen diese Probleme noch entschärfen.

9.  Tipps zur Ersten Generation

  • Hörbücher sind in Apple TV unter der Rubrik Musik zu erreichen. Dort bis ans Ende der Liste von "Eigene Musik" scrollen.
  • Deutsche Radio-Programme sind abspielbar in AppleTV unter Rubrik "Radio", wenn man die Stream-Internetadresse als Medientyp "iTunes U" abspeichert.

10.  Spielwiese

Von Anfang an war das Apple TV eine große Spielwiese für Modifikationen, Hacker und die eine oder andere innoffizielle Erweiterung. So läuft beispielsweise Joost, YouTube und andere Dienste nach einer Modifikation von Gerät und BackRow auf der Maschine. Das AwkwardTV Wiki oder Hackint0sh ist eine gute Ausgangsseite für diese Modifikationen, die man als Jailbreak bezeichnet.

11.  Zweite Generation im Jahre 2010

Die zweite Generation von Apple TV ist ganz ohne Festplatte.

12.  Tipps und Tricks zur zweiten Generation

  • Wie gelingt das aufwachen eines MacBooks vom Nebenzimmer, wenn Apple TV im Wohnzimmer steht? Hierzu ist beim MacBook unter der Systemsteuerung unter "Energie sparen" bei der Registerkarte "Netzteil" die Option "Netzwerkzugriff beenden" aktiviert ist. Wie anhand dieser Option zu bemerken ist bedeutet, dass das MacBook wenn es zuverlässig funktionieren soll am Netzteil hängen muss und gleichzeitig der Deckel offen bleibt (sonst wird das Gerät zu heiß). Die auf Apple-Supportseiten angeführt das iTunes vorher nicht beendet werden darf + Privatpfreigabe aktiviert ist hier als Voraussetzung unvollständig beschrieben, vgl. Apple-Supportseite TS2972.

13.  Verweise

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Kategorien
Apple, Audio, Hardware, iPod, TV

Zuletzt geändert am 28.05.2012 10:47 Uhr von kt007 (29.088 Besuche)

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